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Pressemitteilung – Begrünte Schuldächer wirken den Folgen des Klimawandels entgegen

v.l.: Michael Jehn (Stadt Oberhausen, Beigeordneter) Andreas Giga (Emschergenossenschaft), Oberbürgermeister Daniel Schranz, Jürgen Schmidt (Stadt Oberhausen, Dezernent), Lutz Kruska (Schulleiter Hartmannschule), Maik Ballmann (Stadt Oberhausen, Klimaschutz), (Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV)

Begrünte Schuldächer wirken den Folgen des Klimawandels entgegen

Die Flachdächer von drei öffentlichen Gebäuden werden begrünt. Land und Emschergenossenschaft fördern Baumaßnahme

Sie können die Folgen des Klimawandels wie Hitzebelastung, Trockenheit oder Starkregen für Stadtquartiere abmildern: begrünte Dächer. Zur Stärkung der städtischen Klimaresilienz werden in Oberhausen Flächen auf drei weiteren öffentlichen Gebäuden bepflanzt. Die Maßnahmen an der Hartmannschule, am Elsa-Brändström-Gymnasium und am Zentralen Betriebshof starten und werden von Land und Emschergenossenschaft zusammen mit rund 420.000 Euro gefördert.

Seit November wird am Gründach der Hartmannschule gearbeitet, es folgen das Elsa-Brändström-Gymnasium in der Innenstadt und der Zentrale Betriebshof in Buschhausen. Damit gehen weitere rund 1800 Quadratmeter an extensiver Dachbegrünung auf das städtische Positiv-Klimakonto.

Extensive Dachbegrünung bedeutet eine einfache und pflegeleichte Bepflanzung der jeweiligen Dachflächen im Gegensatz zu einer intensiven, bei der es sich um einen begehbaren Dachgarten handeln würde. So wurde auf das Dach des Schulerweiterungsneubaus der Hartmannschule eine Vegetationsschicht aufgetragen, in der Sedum-Pflanzen (Dickblattgewächse) eingesetzt werden können. Genauso wird mit dem Dach des A-Gebäudes des Elsa-Brändström-Gymnasiums und mit dem Flachdach des Verwaltungsgebäudes an der Straße Zum Eisenhammer 11 verfahren. Im Frühjahr 2022 wird es dann auf den Flachdächern grünen und blühen, werden Bienen und andere Insekten hier Nahrung finden.„Zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit gehört, bei der Entwicklung städtischer Quartiere die Anforderungen des Klimaschutzes und der Klimafolgenanpassung in unseren urbanen Lebensräumen besonders zu berücksichtigen“, erläutert Oberbürgermeister Daniel Schranz. „Deshalb bringt die Stadt Oberhausen solche Projekte zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels aktiv voran. Die Dächer der GMVA und der EVO sind bereits begrünt. Wir bereiten weitere Flächen zur Entsiegelung und zur Fassadenbegrünung vor. Das stadtweite Klimaanpassungskonzept, das bald vorliegen soll, und Studien zur Umsetzung von weiteren Maßnahmen werden Grundlage für unser zukünftiges Handeln sein“, so Oberbürgermeister Daniel Schranz weiter.

Die Baumaßnahmen an den zwei Schulen und am Zentralen Betriebshof kosten insgesamt rund 420.000 Euro. Finanziert werden die Dachbegrünungen aus dem Fördertopf des Ruhrkonferenz-Projektes „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ des Landes NRW und mit Mitteln der Emschergenossenschaft. Der Wasserverband und die Städte (darunter auch Oberhausen) setzen unter dem Dach der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ das Projekt zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels um. Die Region soll klimafest gemacht werden – mit dem städtebaulichen Konzept der Schwammstadt.

„Durch verschiedene Maßnahmen wie zum Bespiel Dachbegrünung oder Flächenentsiegelung müssen wir dafür sorgen, dass Regenwasser lokal aufgenommen und gespeichert wird, um vor Ort positiv fürs Mikroklima zu wirken“, erläutert Andreas Giga, Leiter der Serviceorganisation der Zukunftsinitiative bei der Emschergenossenschaft. Je mehr Speicherkapazitäten und Ablaufflächen es für Niederschlag gibt, desto geringer ist auch das Gefährdungspotenzial von Starkregen.

Begrünte Dächer haben in diesem Zusammenhang viele positive Effekte: Sie binden klimaschädlichen Feinstaub und Kohlendioxid und verbessern so die Luftqualität. Die Gebäude speichern weniger Hitze und durch die Verdunstung von gespeichertem Regenwasser wird die Umgebung gekühlt. Auf diesem Wege wird ein wichtiger Beitrag zur Minderung des urbanen Wärmeinseleffekts geleistet und der natürliche Wasserkreislauf gestärkt. Überdies führt der Rückhalt von Regenwasser auf Gründächern zur Reduktion von Abflussspitzen und entlastet somit das städtische Kanalsystem bei Starkregen. Zudem wirken sich die neuen begrünten Flächen positiv auf die Artenvielfalt in der Stadt aus.

Weitere Stimmen zum Termin:

Daniel Schranz, Oberbürgermeister: „Die Begrünung des Daches an der Hartmannschule ist eine wichtige Maßnahme für die Anpassung unserer Stadt an die Folgen des Klimawandels. Dachbegrünungen auf Oberhausener Gebäuden sind nachhaltige Zukunftsinvestitionen, von denen nicht nur die Bürgerinnen und Bürger durch verbessertes Mikroklima, sondern auch die Natur- und Artenvielfalt, vor allem Bienen und andere Insekten, profitieren.“  

Michael Jehn, Beigeordneter für Bürgerservice, öffentliche Ordnung, Personal und IT:
„Diese drei Projekte reihen sich ein in weitere „Gründächer“, die die Stadt bereits realisiert hat. So wurde der Anbau am Heinrich-Heine-Gymnasium begrünt und auch die geplanten oder im Bau befindlichen KTE Holten und Rechenacker sowie der Anbau an der Astrid-Lindgren-Grundschule werden grün sein.“

Jürgen Schmidt, Dezernent für Familie, Schule, Integration und Sport:
„Eine nachhaltige und ökologische Gestaltung von Schulstandorten fördert das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern in dieser Umgebung lernen und leben zu können. Eine Dachbegrünung bietet neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere und macht diese erlebbar für die Schülerinnen und Schüler, ermöglicht eine thematische Nutzung im Unterricht und führt zu einer Sensibilisierung der gesamten Schulgemeinde.“

Horst Kalthoff, technischer Leiter des Eigenbetriebs Servicebetriebe Oberhausen (SBO):
„Die Idee, Dächer zu begrünen, wurde bereits vor zwanzig Jahren von uns aufgenommen und umgesetzt“, erklärt SBO Eigenbetriebsleiter Horst Kalthoff. Damals wurde das Dach eines Gebäudeteiles am Technischen Rathaus in Sterkrade begrünt und vor 15 Jahren folgte das Gründach der Schillerschule, das dann sogar als begehbares Dach errichtet wurde“, so Kalthoff abschließend.

Die Zukunftsinitiative
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das nach dem Genossenschaftsprinzip Aufgaben für das Gemeinwohl erbringt. Mit der 2014 gegründeten Zukunftsinitiative (ZI) „Wasser in der Stadt von morgen“ arbeitet die Emschergenossenschaft zusammen mit den Städten an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung. Teil der Initiative ist das Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ der Ruhrkonferenz des Landes Nordrhein-Westfalen, an dem sich seit Anfang 2020 alle Wasserverbände und Kommunen der Region (RVR-Raum) beteiligen. Die ZI-Serviceorganisation bei der Emschergenossenschaft setzt mit den Städten Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels um. Für den klimafesten Umbau der Städte in den Grenzen des Regionalverbandes Ruhr (RVR) stehen bis 2030 rund 250 Millionen Euro zur Verfügung. Bis 2040 sollen 25 Prozent der befestigten Flächen abgekoppelt werden und die Verdunstungsrate um 10 Prozentpunkte gesteigert werden. Stadterneuerung, Quartiersumbau, Wasserwirtschaft und Stadtnatur sind die tragenden Säulen der ZI-Serviceorganisation.

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